Häufige Fragen zu medizinischem Cannabis


Medizinisches Cannabis hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung innerhalb der ärztlichen Therapie gewonnen. Jedoch sehen sich Patientinnen und Patienten immer noch mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert. Deshalb möchte Fox20, Ihre Cannabis-Apotheke in München, einen Überblick über häufig gestellte Fragen zu Medizinalcannabis geben und grundlegende Informationen verständlich aufbereiten. Dabei dienen die dargestellten Inhalte der allgemeinen Information und können eine individuelle ärztliche Beratung oder pharmazeutische Betreuung nicht ersetzen.

Was ist medizinisches Cannabis?


Medizinisches Cannabis umfasst cannabisbasierte Arzneimittel, die von Ärztinnen und Ärzten zu therapeutischen Zwecken verordnet werden können. In Deutschland ist die Verordnung seit März 2017 unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen möglich. ::br Mit dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes im Jahr 2024 wurde Cannabis zudem aus dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) herausgenommen und wird seither nicht mehr als Betäubungsmittel eingestuft. Für Patientinnen und Patienten sowie verordnende Ärztinnen und Ärzte haben sich dadurch verschiedene bürokratische Abläufe vereinfacht.

Unverändert sind die hohen Anforderungen an Qualität, Sicherheit und die Abgabe der Arzneimittel geblieben. So werden cannabinoidbasierte Arzneimittel ausschließlich auf ärztliche Verordnung und über Apotheken abgegeben. Sofern Sie über ein Rezept verfügen, können Sie dieses in unserer Cannabis-Apotheke in München einlösen.

Ist der Kauf von Cannabis in einer Apotheke ohne Rezept erlaubt?


Medizinalcannabis kann in Deutschland nur gegen Vorlage eines gültigen Rezeptes in einer Apotheke abgegeben werden. Dies gilt sowohl für unsere Cannabis-Apotheke in München als auch für alle anderen Apotheken in Deutschland.

Apotheken sind gesetzlich verpflichtet, die Verordnung vor der Abgabe zu prüfen und die Arzneimittel ausschließlich an berechtigte Patientinnen und Patienten auszuhändigen. Ein Erwerb von medizinischem Cannabis ohne Rezept ist daher nicht möglich.

Sofern Sie bereits über ein gültiges Rezept verfügen, können Sie dieses in unserer Cannabis-Apotheke in München einlösen und sich zu den verfügbaren Arzneimitteln beraten lassen.

Welche Voraussetzungen gelten für die Verordnung von Medizinalcannabis?


Die Verordnung von cannabinoidbasierten Arzneimitteln setzt eine individuelle ärztliche Beurteilung voraus. Dabei kann medizinische Beratung sowohl in einer Arztpraxis als auch – sofern die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind – im Rahmen telemedizinischer Angebote erfolgen. Auch bei einer telemedizinischen Behandlung liegt die Entscheidung über eine mögliche Verschreibung ausschließlich bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

Wer übernimmt die Kosten für medizinisches Cannabis?


Ob die Kosten für Medizinalcannabis übernommen werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich sein.

Privatversicherte sollten die Voraussetzungen und Erstattungsmöglichkeiten direkt mit ihrem Versicherungsunternehmen klären, da diese je nach Tarif variieren können. Wird keine Kostenübernahme bewilligt oder besteht kein Anspruch auf Erstattung, sind die Kosten selbst zu tragen. Da die individuellen Voraussetzungen unterschiedlich sein können, empfiehlt es sich, Fragen zur Kostenübernahme frühzeitig mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sowie der jeweiligen Krankenversicherung zu besprechen.

Wie wirkt medizinisches Cannabis?


Die Wirkung von medizinischem Cannabis beruht auf der Wechselwirkung seiner Inhaltsstoffe mit dem (körpereigenen) Endocannabinoid-System. Dieses ist an zahlreichen biologischen Prozessen im Körper beteiligt und kann unter anderem zur Regulation verschiedener Körperfunktionen beitragen.

Je nach verordnetem Cannabisarzneimittel, Dosierung und individueller Empfindlichkeit können die Effekte unterschiedlich ausfallen. Ebenso können sich Wirkungseintritt und Wirkdauer je nach Darreichungsform unterscheiden. Da jeder Mensch unterschiedlich auf cannabisbasierte Arzneimittel reagiert, erfolgt die Therapie grundsätzlich unter ärztlicher Begleitung.

Was ist das Endocannabinoid-System?


Jeder Mensch verfügt über ein Endocannabinoid-System (ECS), das aus speziellen Cannabinoid-Rezeptoren, körpereigenen Botenstoffen (Endocannabinoide) sowie Enzymen, die an deren Bildung und Abbau beteiligt sind, besteht.

Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge spielt das ECS eine wichtige Rolle bei der Regulation verschiedener körperlicher Prozesse, darunter:1

  • Schmerzwahrnehmung
  • Schlaf und Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Appetit und Stoffwechsel
  • Stimmung und emotionales Gleichgewicht
  • Gedächtnis- und Lernprozesse
  • Stressverarbeitung
  • Funktionen des Immunsystems
  • Motorik und Bewegungsabläufe

Die in Cannabis enthaltenen Cannabinoide wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) können mit diesem System interagieren und an dessen Rezeptoren binden. Aus diesem Grund steht das Endocannabinoid-System im Mittelpunkt der Forschung zu medizinischem Cannabis und dessen Anwendungsmöglichkeiten.

Was ist Tetrahydrocannabinol (THC)?


Tetrahydrocannabinol (THC) ist eines der bekanntesten Cannabinoide der Cannabispflanze. Der psychoaktive Pflanzenstoff bindet insbesondere an die Cannabinoid-Rezeptoren 1 (CB1), die vor allem im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark), wodurch verschiedene körperliche und psychische Prozesse beeinflusst werden.2

Die Wirkung und Verträglichkeit von THC können je nach Dosierung, Darreichungsform und individueller Faktoren unterschiedlich ausfallen. Aus diesem Grund wird die Anwendung von THC-haltigen Arzneimitteln ärztlich begleitet.

Was ist Cannabidiol (CBD)?


Cannabidiol (CBD) ist das zweitwichtigste Cannabinoid der Cannabispflanze, das ebenfalls mit dem Endocannabinoid-System interagiert und dadurch verschiedene Prozesse im Körper beeinflusst.

Aus wissenschaftlicher Sicht gilt CBD als psychoaktive Substanz, da es Auswirkungen auf Vorgänge im Gehirn und Nervensystem haben kann. Im Gegensatz zu THC löst CBD jedoch keinen Rauschzustand aus und wird nicht mit den typischen berauschenden Effekten von Cannabis in Verbindung gebracht.

Welche Nebenwirkungen kann medizinisches Cannabis verursachen?


Wie viele andere Arzneimittel kann auch medizinisches Cannabis Nebenwirkungen verursachen. Ob und in welchem Ausmaß diese auftreten, hängt unter anderem vom verwendeten Präparat, der Dosierung sowie von individuellen Faktoren ab.

Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen zählen:
  • Müdigkeit
  • Schläfrigkeit
  • Schwindel
  • Mundtrockenheit
  • Appetitveränderungen
  • Erhöhte Herzfrequenz

Insbesondere zu Beginn einer Therapie oder nach einer Dosisanpassung kann die individuelle Reaktion auf das Arzneimittel variieren. Treten Nebenwirkungen auf oder bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Verträglichkeit, sollten Patientinnen und Patienten ihre behandelnde Ärztin oder ihren behandelnden Arzt kontaktieren.

Welche Anwendungsformen gibt es?


Medizinisches Cannabis kann in unterschiedlichen Darreichungs- und Anwendungsformen verordnet werden. Zu den verfügbaren Optionen zählen Cannabisblüten, Cannabisextrakte sowie cannabinoidhaltige Fertigarzneimittel.

Cannabisblüten werden in der Regel mithilfe eines geeigneten medizinischen Verdampfers inhaliert. Hingegen können Extrakte und bestimmte Fertigarzneimittel oral oder sublingual angewendet werden.

Welche Anwendungsform im Einzelfall infrage kommt, richtet sich nach der ärztlichen Verordnung und den individuellen Anforderungen der Behandlung.

Darf nach der Anwendung von Cannabis ein Fahrzeug geführt werden?


Grundsätzlich gilt, dass jeder, der ein Fahrzeug führt, jederzeit fahrtüchtig sein muss und nicht durch die Wirkung eines Arzneimittels in seiner Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit oder Aufmerksamkeit beeinträchtigt sein darf.

Zu Beginn einer Therapie mit medizinischem Cannabis, nach einer Dosisanpassung oder beim Wechsel des verordneten Cannabisarzneimittels kann die individuelle Reaktion auf die Behandlung variieren. In diesen Phasen sollten Patientinnen und Patienten besonders vorsichtig sein und die Empfehlungen ihrer behandelnden Ärztin oder ihres behandelnden Arztes beachten.

Für Patientinnen und Patienten mit einer ärztlich verordneten Cannabistherapie gelten zwar teilweise andere rechtliche Rahmenbedingungen als für Personen, die Cannabis ohne medizinische Verordnung anwenden, dennoch bleibt die Voraussetzung bestehen, dass die Fahrtüchtigkeit nicht eingeschränkt sein darf.

Bei Unsicherheiten hinsichtlich der Auswirkungen der Therapie auf die Verkehrstüchtigkeit sollten Patientinnen und Patienten ärztlichen Rat einholen, bevor sie aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel werden ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken bereitgestellt. Sie sind nicht als medizinischer oder rechtlicher Rat zu verstehen und können eine individuelle Beratung durch qualifizierte Fachpersonen nicht ersetzen. Aus den dargestellten Inhalten lassen sich weder Empfehlungen für den Einsatz von Cannabis noch Aussagen über mögliche Behandlungsergebnisse ableiten. Bei Fragen zur Gesundheit, zu bestehenden Beschwerden oder zu einer konkreten Therapie sollten Betroffene stets den Rat ihrer behandelnden Ärztin oder ihres behandelnden Arztes einholen. Trotz sorgfältiger Erstellung der Inhalte kann keine Haftung für deren Vollständigkeit, Aktualität oder Fehlerfreiheit übernommen werden.

Quellenangaben


  1. Lu HC, Mackie K. An Introduction to the Endogenous Cannabinoid System. Biol Psychiatry. 2016 Apr 1;79(7):516-25, Download vom 6.6.2026 von https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4789136
  2. Terence Ng; Vikas Gupta; Maureen C. Keshock, Donald and Barbara Zucker School of Medicine at Hofstra, Northwell, Wellness Psychiatry P.C, Cleveland Clinic Foundation, Tetrahydrocannabinol (THC), November 12, 2023, Download vom 6.6.2026 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK563174/
  3. Zuardi AW, Crippa JA, Hallak JE et. al, A critical review of the antipsychotic effects of cannabidiol: 30 years of a translational investigation. Curr Pharm Des. 2012;18(32):5131-40, Download vom 6.6.2026 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22716160/